Hi fra Danmark :)

von Julia B.

Mittlerweile bin ich schon 2 Monate hier oben, die Zeit vergeht ganz schön schnell! Ich mache ein 6-monatiges Praktikum bei Siemens Wind Power in Brande, einer kleinen Stadt mit rund 7000 Einwohnern. Generell ist hier alles etwas kleiner und ruhiger, gibt ja auch nicht so viele Dänen. Um etwas genauer zu sein hat Dänemark ca. 5,6 Mio. Einwohner, von denen ca. 1,2 Mio. allein in København, der Hauptstadt, und deren Einzugsgebiet leben. Das spiegelt sich natürlich auch in der Landschaft wieder. Es ist überall sehr viel Natur zu sehen und die Städte sind im Allgemeinen eher klein. Eine Stadt in der Größe von Darmstadt wäre hier schon die 4. größte Stadt im Land.

Leider ist es hier immer noch nicht wirklich warm, der Sommer lässt ganz schön auf sich warten. Das typische Wetter (zumindest hier in Brande) ist sehr, sehr wechselhaft. Innerhalb kürzester Zeit wechseln sich Wind, Sonne und Regen ab, sodass man an einem Tag schon mal einige Wetterumschwünge haben kann. Aber regnen und/oder winden tut es jeden Tag. Ich kann die Tage, die ich als annähernd sommerlich bezeichnen würde, an zwei Händen abzählen. Wenn man also immer etwas Langärmliges über und eine Regenjacke dabei hat, dann ist man eigentlich für jeden Tag bestens ausgestattet ;)

 

In Brande an sich gibt es nicht wirklich viel zu tun. Es gibt 3-4 Restaurants und Cafés, einen Dönerladen, ein Kegelcenter und vor allem die „Brande Hallerne“. Das ist ein recht großer Gebäudekomplex (für Brande versteht sich), in dem mehrere Sporthallen für Handball, Fußball usw. sind. Außerdem kann man hier Squash und Badminton spielen, zum Schwimmen oder in das Fitnessstudio gehen. Das Fitnessstudio ist ungefähr von jedem Praktikanten die 2. Heimat. Es gibt einiges an Sportgeräten und es werden erstaunlich viele Kurse angeboten dafür, dass Brande so klein ist. Von Indoor Cycling, über Tabata-Training, Street Workout bis hin zum Personal Instructor und Zumba gibt es hier einiges. Mein Ziel ist es, bis Ende des Prakikums an jedem Kurs einmal teilgenommen zu haben. Bis jetzt habe ich etwas mehr als 50% geschafft. Das Indoor Cycling ist super anstrengend und man kommt sofort ins Schwitzen. Auch das Tabata-Training ist super. Hier wird mit dem 4-Minuten-Intervalltraining gearbeitet, dass wir schon bei dem Sporternährungsvortrag im vorletzten Wintersemester kennengelernt haben. Man muss nur für die Mitgliedschaft bezahlen und kann dann das gesamte Angebot unbegrenzt in Anspruch nehmen, was ich auch regelmäßig tue. Ansonsten ist es ein guter Anlaufpunkt, um Nachmittags die ganzen Praktikanten wieder zu treffen, denn jeder geht eigentlich mehrmals die Woche hin.

 

Dänemark als Land ist super schön und sehr empfehlenswert. Alle Städte, auch die kleinen, sehen gepflegt, schön und recht modern aus (nicht so wie in Deutschland teilweise). Die Dänen sind super nett und hilfsbereit. Fast jeder spricht etwas Englisch, sodass man damit sehr weit kommt. Ansonsten ist die Sprache aber sehr ähnlich zum Englischen und zum Deutschen, dadurch versteht man geschriebenes Dänisch meistens grob. Ich schreibe extra „geschrieben“, denn die Aussprache ist dann doch nicht so einfach. Als ich hergekommen bin dachte ich, dass es sehr einfach wird Dänisch zu lernen, aber die Aussprache ist ganz schön tricky. Vor allem das stumme „D“ ist für mich recht schwer. Es klingt ein wenig wie ein im Hals stecken gebliebenes „L“. Aber wann ein D wie ausgesprochen wird habe ich noch nicht herausgefunden. Vom Land werden kostenlose Sprachkurse für Ausländer angeboten. Allerdings wäre der für mich in Herning, der nächst größeren Stadt. Sie ist eine halbe Stunde mit dem Auto oder 15 Minuten mit dem Zug entfernt. Aber ich habe mich nicht darum gekümmert, ob ich an den Sprachkursen teilnehmen darf (bin ja nur vorübergehend hier). Dafür gibt es mindestens eine gut gemachte Website, auf der man kostenlos Dänisch lernen kann. Ich versuche jeden Tag eine halbe Stunde etwas zu machen und bis zum Ende des Praktikums wenigstens Grundlagen zu beherrschen. Mal schauen, ob mein Plan aufgeht ;)

Mit den Praktikanten kann man gut etwas unternehmen. Ein Wochenende gab es eine Siemens Sommerparty mit gutem Essen und Live-Musik, an einem anderen Wochenende hier in der Nähe Jazzkonzerte und Ende Mai bin ich auch mit 2 anderen Praktikanten an die Nordsee nach „Cold Hawaii“ zum Surfen gefahren. Ich war also schon im Mai in der Nordsee bzw. einem Fjord baden. Der Kitesurfingkurs hat aber unglaublich viel Spaß gemacht und wir waren bestimmt 6-7 Stunden ohne Pause damit beschäftigt. Ich habe es zum Ende hin fast geschafft auf’s Board zu kommen und loszusurfen. Aber 1-2 Mal muss ich wohl nochmal so einen Kurs machen, um es dann tatsächlich mal zu schaffen. An dem Wochenende sind wir auch zu einem Offshore-Testcenter gefahren, wo alle möglichen Firmen wie Siemens und Vestas ihre Offshore-Anlagen testen können. Die Dinger sind riesig und es war echt interessant mal daneben zu stehen, hochzuschauen und zu hören, wie die Rotorblätter durch die Luft sausen.

Kopenhagen habe ich mir auch bereits angeschaut. Wer noch kein Ziel für seinen nächsten Kurzurlaub hat, dem kann ich die Stadt sehr empfehlen. Es gibt lauter schöne und bunte Häuser, tolle Fassaden und die Atmosphäre ist super. Wahrscheinlich lohnt es sich komplett auf Bus und Metro zu verzichten, falls es nicht regnet. Die Stadt ist sehr fahrradfreundlich und es sind auch viele mit dem Rad unterwegs. Ich glaube ich habe in meinem Leben noch nie so viele Fahrräder auf einmal und auf einem Haufen gesehen. Garantiert ist man mindestens genau so schnell unterwegs wie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Natürlich habe ich mir die Touristenattraktionen wie den Park Tivoli oder Nyhavn nicht entgehen lassen. Tivoli ist ein sehr schön angelegter Park mitten in der Innenstadt beim Hauptbahnhof. Es gibt lauter Dekorationen und bunte Lichter und zwischendrin ein paar Freizeitattraktionen und Essensständen. Nyhavn ist ein Kanal, auf dessen beiden Seiten viele bunte Häuser und Restaurants sind. Es ist DAS Postkartenmotiv Kopenhagens (zusammen mit der Meerjungfrau).

 

Das war es erst mal von mir. Falls jemand Fragen zu dem Praktikum an sich hat, das ich mache, dann schreibt mir einfach. Ich denke das Drumherum und die ganzen Eindrücke sind aber für die meisten deutlich interessanter. Und falls jemand zu Besuch kommen möchte oder zufällig im Land ist, dann meldet euch ;)

 

Liebe Grüße. Vi ses :)

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